Ludus Luminosus

VILLA SETTEMBRINI, Fine-Print-Galerien:

Die digital basierte Fotografie, ausgestattet mit modernsten Kameras, hochentwickelten Bildsensoren, intelligenter Firmware, gigantischer Speicherkapazität und komplexer Mikroprozessorelektronik, ermöglicht heute nahezu jedem Amateur ohne jegliche fotografische Grundkenntnisse und mit minimalstem Lernaufwand (einfach auf "Automatic" und schon geht's los) unter Zuhilfenahme raffinierter Bilddatei-Editoren und Bildbearbeitungs-Software zu ansprechenden und technisch perfekten Bildresultaten zu kommen - der gesamte Bildentstehungsvorgang in der Kamera ist vollständig durchautomatisiert, mit einfachen Softwaremanipulationen lässt sich am heimischen Rechner per Mausklick der endgültige Bildausdruck an jede noch so abwegige Bildvorstellung anpassen.
Mit etwas Geschick lässt sich aus nahezu jeder Bilddatei - wie bei einer Audiodatei sogar derjenigen mit technisch unzureichender Qualität - nachträglich ein akzeptables "Bild" erzeugen, frei nach dem Motto "it's quite easy to make butter out of shit", das war nicht immer so...

Als die Fotografie noch ausschließlich filmbasiert war, wenige kostbare Bilder bis hin zum Einzelbild der Großformatfotografie auf dem Film zur Verfügung standen, das gesetzmäßige Zusammenwirken fotografischer Gestaltungselemente wie Objektposition, Licht, Brennweite, Blendenwert, Belichtungszeit und sensorische Eigenschaften des verwendeten Filmmaterials bei vielen engagierten Fotografen noch bekannt war und jedes Mal von Neuem in eine gestalterische und auch intellektuelle Herausforderung mündete, der Bildentstehungsprozess vom Negativ bis hin zum fertigen Bild im "work-flow" komplett analog-fotochemisch funktionierte, war das Procedere zur Herstellung fotografischer Bilder noch nicht so ganz einfach...es brauchte sehr viel Erfahrung und fotografisches know-how, um in der langen Kette der für die Bildentstehung notwendigen Einzelprozesse mit den unzähligen fotochemischen Präparaten und Fotopapieren des Marktes aussagefähige Bildergebnisse zu produzieren - alleine das typ- und motivgerechte Entwickeln eines fotochemischen Schwarzweiß-Films - Lichtsensor und Bildspeicher zugleich - mit angemesser Entwicklersubstanz und passender Entwicklungszeit erforderte für optimale Resultate enorme Erfahrung.
Hatte man die, konnten auch mit einer simplen 6x6 Rollfilm Agfa-IsoletteIII aus den 50iger Jahren des letzten Jahrhunderts - ausgestattet mit der außergewöhnlichen vierlinsigen Spitzenoptik Solinar 1:3,5/75mm, einer Tessar ("Adlerauge")-Variante, mit Entfernungs- aber ohne einen Belichtungsmesser ("wenn die Sonne lacht nimm Blende acht...") und geladen mit einem formidablen ADOX R17DIN-SW-Dünnschicht Schwarzweiß-Negativfilm von 1950 mit bekannt großzügigem Belichtungsspielraum - herausragende Bildresultate bis zum Format 50x50cm erzielt werden, die sich rein phototechnisch vor den Bildprodukten aktueller hochgerüsteter Vollformat-Digitalkameras in keinem Fall verstecken brauchen, ganz im Gegenteil...

Die präzise Kontrolle über das endgültige fotografische Bild wurde vom engagierten Fotografen keinem Großlabor bzw. Druckautomaten überlassen, sondern selbstverständlich niemals aus der Hand gegeben...

In meinen Galerien findet man lupenreine analoge Mittelformat SchwarzWeiss-Fotografie, Formate 20x30cm bis 50x50cm, je nach Bildinhalt mit unterschiedlichen Fotopapiersorten und fotografischen Verfahren (u.a. auch Lith-Technik) hergestellt, passepartouriert und in stilvollen Naturholzrahmen präsentiert.
Sämtliche fotografischen SW-Bilder entstanden im eigenen Fotolabor, vergrößert auf den ehemals edelsten und besten Fotopapiersorten des Marktes, u.a. sowohl auf den legendären Agfa Record Rapid Barytpapieren als auch auf den unvergleichlich geschichtsträchtigen ungarischen Barytpapieren FORTE FORTEZO Museum Warmton - beides herausragende und besonders lithfähige Festgradationen mit Hochglanzpotential (auf geeigneten Hochglanzpressen) und unerreichten maximalen Schwärzungsdichten, gigantischem Kontrastumfang und edelster Bildanmutung, fast durchgängig getont mit Kodak Selentoner ...

Kenner der mittlerweile leider museal-altehrwürdigen Laborpapierszene wissen sicher, wovon hier die Rede ist - ohne jeglichen auch nur annähernd gleichwertigen Ersatz haben sich einzigartige fotochemische SW-Premiumpapiere der analogen Fotografie auf Nimmerwiedersehen verabschiedet ... eventuell gibt es ja - ähnlich wie bei der Vinyl-Schallplatte - ein analoges Fotografie-Revival mitsamt der untergegangenen Fotopapierszene...



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